Wie Covid-19 den Veränderungsdruck auf Unternehmen erhöht

Diese Woche erscheint im Hanser-Verlag „Das Change Management Workbook“, an dem viele Tiba Mitarbeiter mitgeschrieben haben. Das Buch handelt davon, wie Unternehmer den Wandel im Unternehmen erfolgreich meistern können – denn bekanntlich ist nichts so beständig wie die Tatsache, dass wir immer wieder vor neuen Veränderungen stehen! Unser Geschäftsführer Reinhard Wagner nimmt die aktuelle Veröffentlichung des Buches zum Anlass, um Ihnen als Co-Autor einen ersten exklusiven Einblick in das erste Kapitel des Buches zu geben.

Im ersten Kapitel des Change Management Workbooks geht es darum, wie Führungskräfte die Ursachen von Veränderungen in Unternehmen identifizieren und darauf reagieren können. In der Enstehungsphase dieses Kapitels war Corona noch als mexikanische Biermarke bekannt. Dennoch gab es auch damals schon genügend Gründe für Veränderungen: „Im Jahr 2019 kam so ziemlich alles zusammen, was Führungskräfte in Unternehmen schlecht schlafen lässt. So eskalierte der Handelsstreit zwischen den USA und China, Großbritannien geriet wegen des Austritts aus der EU („Brexit“) immer weiter in Streit und im Mittleren Osten drohte die Lage zwischen der Türkei und Syrien in einen Krieg zu münden. Damit geriet der für Deutschland so wichtige Export-Motor ins Stottern und nur stabile Konsumausgaben verhinderten, dass die Wirtschaft nach 10 Jahren Wachstum in einer Rezension endete. Dazu kamen strukturelle Umbrüche in verschiedenen Industrien. Zum Beispiel führte die Diskussion um besseren Klimaschutz und die Bewegung „Friday for Future“ zu einem Anstieg des Drucks in der deutschen Automobilindustrie, schneller von Verbrennungsmotoren auf alternative Antriebe und flexiblere Mobilitätskonzepte umzustellen.“

Blicken wir mit dem Wissen von heute zurück, erscheint die Lage weitaus dramatischer. Denn die weltweite Corona Pandemie hat uns alle persönlich, Unternehmen und Gesellschaft gehörig durcheinandergewirbelt. Für etliche Wochen kam nahezu die gesamte Wirtschaft zum Stillstand, das Homeoffice wurde Mittelpunkt für viele Beschäftigte, viele Veranstaltungen mussten abgesagt oder online durchgeführt werden. Anbieter entsprechender Tools verzeichneten enorme Wachstumsraten. Diejenigen Unternehmen, die schon vor dem Virus auf Digitalisierung gesetzt hatten, taten sich deutlich leichter. Andere Unternehmen warf das Virus komplett aus der Bahn. Und auch die kommenden Monate werden nicht normal sein, sondern deutliche Veränderungen für Unternehmen mit sich bringen.

Unternehmer sind gut beraten, die Krise als Chance zu nutzen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu besinnen und ihr Geschäft strategisch zu fokussieren. Dabei spielen Digitalisierung und Agilisierung sicher eine große Rolle. Digitale Geschäftsmodelle, innovative Technologien im Dienste effizienterer Abläufe und Services sowie einer engeren Vernetzung mit Märkten, Kunden und Partnern werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Bedenken oder gar faule Ausreden bezüglich des Einsatzes der neuen Technologien sind jetzt nicht mehr angebracht. Die Krise hat gezeigt, dass vieles möglich ist. Auch die Anpassungsfähigkeit von Organisationen, agile Arbeitsabläufe und Methoden werden an Bedeutung zunehmen. Diese „organizational agility“ entsteht allerdings nicht durch die reine Anwendung agiler Methoden wie z.B. Scrum. Es ist vielmehr eine Kombination aus Mindset, Strategie, Struktur und Kultur, und darauf aufbauend dann auch der Methoden und Tools. Und nicht andersherum.

Die Tiba setzt schon seit Jahren auf die „7 Prinzipien“ für die Agilisierung von Projekten, Fachbereichen und Unternehmen. Diese Prinzipien sprechen mehrere Anforderungen im Unternehmen an. So werden die Menschen vom „Mitarbeiter“ zum Gestalter und können selbstorganisiert und teamorientiert arbeiten, um so den maximalen Mehrwert für den Kunden herauszuholen. Dazu sind allerdings Freiräume nötig, aber vor allem Unterstützung durch die Führungskräfte. Sie sorgen für Orientierung, orchestrieren vielfältige Projekte und helfen allen Beteiligten auf dem Weg zum Ziel. Das ist vielleicht der größte Wandel im Unternehmen, denn „Micromanagement“ macht neu gewonnene Motivation und Agilität schnell wieder zunichte.

Langfristiges Ziel der Veränderung ist, das Unternehmen widerstandsfähiger zu machen. Dafür gibt es im Management-Jargon heute das Wort „Resilienz“. Damit ist gemeint, auf Veränderungen im Umfeld besser reagieren zu können. Einerseits bedeutet das, vorbereitet zu sein, auf dynamische Veränderungen am Markt, in der Umwelt, in Bezug auf politische und gesellschaftliche Veränderungen sowie den „digitalen Tsunami“. Andererseits bedeutet Resilienz aber auch, Krisen wie Covid-19 als Chance zu begreifen, im Sinne von Geschäftsmöglichkeit als auch Chance für die Weiterentwicklung des Unternehmens. So hat die Tiba in der Pandemie schnell alle Kompetenzen für digitale und virtuelle Trainings gebündelt und ihren Kunden flexibel neue Lösungen angeboten. Diese werden sicherlich auch in Zukunft gefragt sein. Auch in die Debatte zum „Homeoffice“ ist bei der Tiba – wie auch in Deutschland – wieder Schwung gekommen. War die Diskussion vor Covid-19 durch rechtliche und administrative Hürden geprägt, haben jetzt alle die Vorteile der Arbeit aus dem Homeoffice am eigenen Leib erlebt und wollen diese auch in Zukunft weiter nutzen.

Veränderungen in Unternehmen sind häufig Reaktionen auf Entwicklungen im Umfeld oder im Unternehmen selbst. Eine wesentliche Aufgabe der Führungskräfte zusammen mit der Belegschaft ist es, diese Entwicklungen systematisch zu analysieren, mit den Auswirkungen aufs Unternehmen zu bewerten und dann entsprechend zu reagieren. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist es von strategischer Bedeutung für Unternehmen, sich anpassungsfähig aufzustellen.

Mehr zu den Leistungen der Tiba im Change Management finden Sie hier.

Autor: Reinhard Wagner, Geschäftsführer der Tiba Managementberatung

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